Am vergangenen Donnerstag (12.02.2026) organisierten Dutch TechZone, das Rijnland Instituut, Regio Deal Zuid- und Oost-Drenthe sowie GVZ Europark einen Arbeitsbesuch auf dem Gewerbegebiet Europark in Coevorden und Emlichheim. Im Mittelpunkt dieses Besuchs stand, was Menschen und Organisationen in dieser Grenzregion durch jahrelange grenzüberschreitende Zusammenarbeit erreicht haben, aber auch, welche Herausforderungen nach wie vor bestehen. Der Europark diente während des Treffens als Beispiel für bewährte Praktiken. Laut Nicolaus Jansen, Landesbeauftragter für Weser-Ems, können die Niederländer und Deutschen in dieser Grenzregion getrost feststellen, dass bereits viele Erfolge erzielt wurden. „Vor Jahren führten wir ganz andere Gespräche, mit ganz anderen Herausforderungen. Viele dieser Herausforderungen sind bereits bewältigt worden. Das haben wir gemeinsam erreicht.“ Auch die Kommissarin des Königs, Agnes Mulder, blickt positiv auf die Zusammenarbeit in der Grenzregion. „Mein Herz schlägt schneller, wenn ich höre, dass Deutsche und Niederländer miteinander 'plat proat’n‘. Ich komme selbst aus dieser Region. Das sorgt auch dafür, dass ich mich sehr verbunden fühle.“
Die Veranstaltung fand in der Zentrale von Tuindeco in Coevorden statt. Eröffnet wurde sie von den Bürgermeistern Ansgar Duling aus der Samtgemeinde Emlichheim und Renze Bergsma aus Coevorden. Nach einer Präsentation über den Europark durch Dieter Lindschulte (Geschäftsführer GVZ Europark) und Vera Rustema (Strategieberaterin der Gemeinde Coevorden) folgte eine Podiumsdiskussion mit Unternehmern. Die Geschäftsführer von Interlogic, Euroterminal, Intergas und Tuindeco waren sich einig, dass die Grenzregion viele Chancen bietet. Allerdings besteht auch die Herausforderung, Personal zu gewinnen und zu halten. „Es müssen pragmatische Lösungen gesucht werden, beispielsweise bei der Anerkennung von Abschlüssen. Und beim ‚Salary Split‘: Die Tatsache, dass Lohnsteuer in zwei Ländern gezahlt werden muss, schreckt manche Bewerber ab.“
Anschließend diskutierten unter anderem Willemien Meeuwissen (Beigeordnete der Provinz Drenthe) und Martina Kruse (Fachbereichsleiterin des Kreises Emsland) über die von den Unternehmern angeführten Beispiele. Auch das grenzüberschreitende Arbeiten stand im Fokus. So ist es beispielsweise steuerlich derzeit schwierig, teilweise von zu Hause aus zu arbeiten, wenn man in Deutschland wohnt und in den Niederlanden arbeitet, oder umgekehrt. Das könnte einfacher gestaltet werden.
Auch Experten aus den Bereichen Bildung und Arbeitsmarkt nahmen an der Diskussion teil. Unter anderem sprachen Henri Froeling (Regionaldirektor des Alfa-College), Edgar Suddendey (GBS Nordhorn) und Erwin Hoogland (Beigeordneter der Provinz Overijssel) beispielsweise über die Anerkennung von Abschlüssen. Ein treffendes Beispiel war der Unterschied bei der Anerkennung von universellen Berufen. Hoogland: „Die Friseurausbildung meiner Tochter würde nicht ausreichen, um in Deutschland einen Salon zu eröffnen.“ Doch Hoogland sieht ebenso wie die anderen, dass in den letzten Jahren deutliche Fortschritte erzielt wurden, um Abschlüsse auf beiden Seiten der Grenze anzuerkennen.
Steven Stegen, Beigeordneter für Wirtschaft der Gemeinde Coevorden, erklärte, er habe vor allem großes Vertrauen in die Zukunft. „Wenn wir in einigen Jahrzehnten wieder hier zusammenkommen, dann bin ich mir sicher, dass wir sagen können: ‚,Das haben wir gut hinbekommen.“